Unsere Story - wie alles begann

Unsere Story - wie alles begann

Freudentränen Papeterie - Damit hatte ich mich gar nicht selbständig gemacht. Doch wie genau alles begann, erzähle ich euch heute im Blogpost. 
Holen wir mal etwas weiter aus: Mein Kommunikationsdesign-Studium (was ein langes Wort, oder?) beendete ich 2015 als ich frische 22 war. Währenddessen war es schon mein Traum, freiberuflich als Grafikdesignerin zu arbeiten - aber naja, wie es so ist: Man hört auf die gut gemeinten Ratschläge der Erwachsenen: "Das ist viel zu riskant, mach das bloß nicht".
So verabschiede ich mich erstmal von dem Gedanken, den großen Wunsch in die Realität umzusetzen. Das Studium war beendet, Job-mäßig sah es sehr schlecht aus. Hier bei uns an der Nordseeküste in einer Kleinstadt kann man seine "Karriere" mehr oder weniger begraben, wenn man etwas Größeres vorhat. In meinem Abschlussheft habe ich zu dem Punkt "Wo siehst du dich in 10 Jahren" geschrieben: "In Hamburg, mit Kind und Mann. Ich arbeite in einer großen Werbeagentur als Art Director" 
Rückblickend gar nicht mehr so passend und heute für mich nicht mehr vorstellbar (außer das Kind und der Mann :)). Aber weiter zu der Story: Für mich kam es nach dem Studium erstmal nicht in Frage wieder weg zu ziehen. Bremen war für mich schon ein kompletter Sprung ins kalte Wasser, da es "so weit weg" von der Familie war. Also ging ich wieder nach Wilhelmshaven, fand dort nach wenigen Monaten endlich eine Stelle im Grafikdesign. Es war in der "Werbeagentur" schrecklich und kaum aushaltbar. Aber es war nochmal ein Ansporn an mich selbst, an meinem großen Wunsch selbständig arbeiten zu können. April 2017: Da sollte der Tag X sein, der Tag der so viel ändern sollte! Monatelang habe ich mich vorbereitet. Nach meinen "super produktiven" 8-Stunden-Tagen in der Agenutur, wo ich täglich eigentlich nur Mails an Kunden geschrieben habe, mit der Bitte um Freigabe für eine Werbeanzeige, habe ich nach Feierabend weiter recherchiert und geplant. Bis ins letzte Detail. Ja, ich wollte vorbereitet sein und genau wissen, was auf mich zukommt. Denn: Es ist ja zu riskant, was ich da gerade tue. Was ist, wenn alles in die Hose geht? Ich weiß heute gar nicht mehr, ob ich mich das jemals überhaupt mal gefragt habe. So startete ich also meine Selbständigkeit. Mit einem Mini-Job in einem Bekleidungsgeschäft (als kleine Sicherheit nebenbei). Meine erste "Marke" hieß "seieinzigartig". Ich wollte Corporate Designs für kleinere Firmen erstellen und mit Startups zusammenarbeiten. Das fühlte sich genau richtig an - endlich frei sein von Arbeitszeiten, nervigen Kollegen, unabhängig zu sein... Es lief auch sehr gut an, ich bekam zusätzlich ein super Jobangebot in einer Agentur in der Nähe und konnte dort ebenfalls Erfahrungen als Freelancerin sammeln. Lief also wie geschmiert. 
Doch warum mache ich heute etwas ganz anderes? 
Es wurde mir irgendwann ehrlich gesagt zu langweilig. Auch der Freelancer Job hatte sich aufgrund der Agenturschließung erledigt, für mich ein großer Schlag ins Gesicht. Ich hatte gerade erst ein Haus gekauft. Ja, das ist das, von dem alle sprechen: Selbständigkeit ist zu riskant und auch mein Agenturboss sagte "das ist nun dein eigenes Risiko" als er mir von der Agenturschließung erzählte. 
Fassungslosigkeit und Ratlosigkeit machte sich breit. Aufgeben und wieder Angestellt sein, war aber für mich nicht drin.

Wie Freudentränen dann geboren wurde:
Zum Glück kam mir wenige Monate vor der Agenturschließung ein neuer Traum in den Sinn: "Ich möchte Hochzeiten fotografieren" Das passte zwar alles nicht zusammen, aber das muss es nicht - denn es ist ja meine Selbständigkeit und meine Entscheidung. So baute ich mir irgendwann die Seite "Freudentränen" auf, um meine Dienstleistungen voneinander zu trennen. Also arbeitete ich nun als Fotografin für Familien, Hochzeiten und Paare. Das war 2018 als Freudentränen Fotografie an den Start ging. Es eröffnete sich also ein neues Kapitel in meinem Leben. Ich fotografierte die ersten Hochzeiten, übte mit Freunden und Familien, bearbeitete die skurrilsten Effekte und merkte irgendwann wie sich mein Stil langsam festigte und das natürliche Fotografieren mir viel besser gefiel. Und auch das lief irgendwann richtig, richtig gut. Empfehlungen über Empfehlungen trudelten ein. Parallel fing ich auch an wieder im Grafikdesign zu arbeiten, Papeterien für Hochzeiten zu erstellen. Es entstand somit auch "Freudentränen Papeterie".


Das ist nun aber nicht das Ende der Geschichte. Denn es hat sich wieder etwas getan - es wurde mir alles zu viel. Es ist zu viel geworden und die Bereiche sind zu "groß" geworden. Nach der Geburt meines Sohnes in 2021 musste also eine Entscheidung her. Deshalb habe ich mir lange den Kopf zerbrochen: welchen Bereich will ich aufgeben, wo habe ich mehr Freude dran und worauf möchte ich mich zukünftig konzentrieren? Aufgeben werde ich nichts davon, aber ich muss Prioritäten setzen. Nur noch Projekte, die mir wirklich Spaß machen werden bleiben. Wer weiß, wie sich die nächsten Jahre entwickeln, wo ich in 5 Jahren bin. Das wird sich zeigen und das tolle an der Selbständigkeit ist: Es nagelt dich keiner fest, an dem was du zu tun hast. Somit bereue ich die Entscheidung keines Wegs. 
Freudentränen Papeterie wächst in den letzten Monaten sehr schnell und nun unterstützen mich schon zwei wundervolle Mädels als Aushilfen. Unsere Papeterie wandert bereits europaweit und auch der Shop wird immer größer und beliebter. 
Nun kann ich endlich vernünftig auf die Frage antworten: Was machst du eigentlich beruflich? Ich bin selbständig in der Hochzeitsbranche. :)


Hättet ihr die Story so erwartet? 

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